Allgemein

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Traditionsgemäß findet am letzten Tag der Deaflympics vor der Abschlussfeier das Endspiel des Fußball-Turniers statt. Leider wurde dieses ohne offiziellen Transport für die Nationen in einem anderen Stadion ausgetragen, so dass interessierte Zuschauer auf eigene Faust das Spiel besuchen und anschließend auch die Fahrt zur Abschlussfeier selbst in die Hand nehmen mussten. Gern hätten die Deutschen das Endspiel auch angeschaut.

Für das Endspiel hatten sich die Türkei und die Ukraine qualifiziert. Das Spiel endete mit einem 4:3 Sieg der Türkei, nachdem in der regulären Spielzeit kein Tor gefallen war. Auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung. Erst das Elfmeterschießen entschied das Spiel zu Gunsten der Türkei. Eine Besonderheit war, dass ein Deutscher, Ricardo Scheuerer, das Spiel leiten durfte.

Wieder einmal wurden die Nationen sehr früh zur Abschlussfeier in der Yasar Dogu Sports Hall (Basketballhalle) abgeholt, so dass sich schnell die Wartezeit zu einer regen Tauschbörse entwickelte. Pins, Shirts, Polohemden usw. fanden im Tausch wie immer reißende Abnehmer.

Zu Beginn des offiziellen Teils fand eine schöne Performance viel Beifall. Eine Tanzgruppe zeigte alle deaflympischen Sportarten unter Einbeziehung des Deaflympic Logos. Danach begann der Einmarsch der Fahnen aus den teilnehmenden Ländern. Auf Fahnenträger der Nationen hatte man verzichtet, dieses wurde von Volunteers übernommen. Alle Nationen mussten auf den Rängen Platz nehmen. Zuschauer aus Samsun waren nicht zugelassen.

ICSD Präsident Rukhledev dankte der türkischen Regierung und allen beteiligten Stellen für die sehr gute Ausrichtung der Spiele in Samsun. Im Anschluss erklärte er die 23. Sommer Deaflympics für beendet. Die ICSD Flagge wurde eingeholt und von dem türkischen OK an den Präsidenten des ICSD übergeben. Leider konnte Rukhledev kein Land oder eine Stadt als kommende Host City bekannt geben.

Als Abschluss fast eine Wiederholung der Kulturshow aus der Eröffnungsfeier mit viel Tanz und Musik. Nur ein anderer bekannter Sänger der Türkei trat zum Schluss auf. Für die Sportlerinnen und Sportler hätte man sich etwas mehr für das Auge gewünscht.

Die letzte Goldmedaille für die deutsche Deaflympics-Mannschaft holte Dr. Nele Alder-Baerens im Marathon, die bereits beim Kongress des Weltverbandes vor Beginn der Spiele für ihre Leistung im vergangenen Jahr als Weltsportlerin des Jahres ausgezeichnet worden war.

Der Sieg kam nicht überraschend. Die überragende Läuferin hatte in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Weltrekorde im Gehörlosensport aufgestellt und war in der Disziplin die Favoritin.

Es gelang ihr zwar nicht, ihren eigenen Weltrekord einzustellen. Sie brach dafür den Deaflympics-Rekord und mehrere Rekorde über andere Langstreckendisziplinen.

Mit 2:51.19 lag sie mehr als 20min vor der Zweitplatzierten Ukrainerin Mariia Svynobii und weit vor dem Gros der Männer.

Größte Überraschung unter den Goldmedaillengewinnern war wohl die erst 17jährige Schützin Melanie Stabel. Sie gewann in der Luftgewehr Disziplin und wurde zweite im KK 3-Stellungskampf und im KK liegend.

Erst seit diesem Jahr im Kader war bei ihr schnell klar, dass sie ein großes Nachwuchstalent ist und sie qualifizierte sich ohne Schwierigkeiten gleich für die Teilnahme am größten Event im Gehörlosensport.

Den Erfolg muss sie noch ein bisschen sacken lassen.

Kurioseste Goldmedaille war die für die Herrenmannschaft im Bowling. Die Hoffnung auf Bowling-Gold war zwei Tage vor den Deaflympics von der Nachricht erschüttert worden, dass Weltmeister Simon Wildenhayn aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren konnte.

Die daraus resultierende Verunsicherung seiner Mannschaftskameraden wirkte sich auf die Einzelwettkämpfe aus, die ohne Medaille blieben.

Einzig Trainer Ron Snyder hatte keinen Zweifel an der Kapazität des Teams und baute die Herren wieder auf. Silber im Doppel  für Andreas Schwarz und Sebastian Klotz war das Resultat.

Dass es in der Mannschaft noch Gold wurde gegen die unglaublich starke Konkurrenz aus Korea, die gleich zwei Herren-Fünfer im Mannschaftswettkampf hatten, kam trotzdem überraschend.

Mit diesem Sieg in der Sportart mit der höchsten Teilnehmerzahl bei den Deaflympics hat das deutsche Bowling-Team auch als Mannschaft endgültig überzeugt.

Deaflympicsgold gewann auch der Top-Golfer Allen John in dem neu in das Programm aufgenommenen Wettbewerb. Der Sieg kam nicht überraschend für den Weltmeister, der das Stroke Play klar dominierte und erst im Finale des Match Plays von Vizeweltmeister Paul Waring ernsthaft gefährdet wurde.

Er ließ sich den Sieg aber nicht abnehmen und gewann nach einer unentschiedenen vollen Runde  schließlich am 19. (ersten) Loch.

Der Erfolg von John hat Interesse im Gehörlosensport geweckt und wird helfen, die Sportart weiter zu etablieren.

Es gab natürlich nicht nur Goldmedaillen. Mit insgesamt fünfmal Silber und dreimal Bronze haben noch viele weitere Sportler Deutschland bei den Deaflympics in Samsun würdig vertreten. Das Tennis-Doppel Breitenberger/Tödter, der Schütze Colin Müller, die Siebenkämpferin Felicitas Merker und die Radsportlerin Isabelle Boberg trugen alle zum 13. Platz Deutschlands im Medaillenspiegel bei.

Aber die gute Leistung der deutschen Gesamtmannschaft ist nicht nur am Edelmetall zu messen. Finalteilnahmen, Halb- und Viertelfinals, Debüts und Abschiede einer Vielzahl von Athleten, die nicht im Medaillenspiegel erscheinen, sollten nicht gering geschätzt werden.

Das vierköpfige Schwimmteam behauptete sich gut in einem von zahllosen russischen Schwimmern dominierten Wettbewerb. Alle vier erreichten mehrfach Finals, zu einem Medaillengewinn reichte es in diesem Rekordgespickten Wettbewerb jedoch nicht.

Das Badminton-Doppel mit dem eingesprungenen Deaflympics Debütanten Jan Burike, schlug in den ersten Runden sogar Konkurrenz aus den stärksten Badminton-Nationen Korea, Indien und Litauen, ging aber in der Vielzahl der Teilnehmer aus diesen und anderen Ländern unter.

Ähnlich erging es der Tischtennismannschaft. Die Mischung aus jungen und älteren Athleten drang in einigen Disziplinen bis ins Viertelfinale vor, stieß dort aber an seine Grenzen.

Und die Kampfsportpioniere im Karate und Taekwondo, die ohne Erfahrung im Gehörlosensport direkt ins kalte Wasser gesprungen waren, brauchen noch Zeit, sich auf internationalem Niveau zu orientieren.

Etwas enttäuschend die Leistung der Beachvolleyballer, die hinter den Erwartungen zurück blieben. Aufgrund der im vergangenen Jahr abgesagten Weltmeisterschaftsteilnahme konnten sie keine Ranglistenpunkte sammeln, was sich in der Vorrunde bemerkbar machte.

Im Mannschaftssport wollte es dieses Mal auch nicht klappen. Die Fußballer scheiterten verletzungsgebeutelt im Viertelfinale an Ägypten, die Handballer im Halbfinale am türkischen Gastgeber. Beide Partien umstritten, aber von den Schiedsrichtern entschieden.

Im Gesamtmedaillenspielgel verbesserte sich Deutschland im Vergleich zu den Deaflympics 2013 um einen Platz und das mit weniger Teilnehmern und ohne zwei der großen Favoriten, Simon Wildenhayn im Bowling und Heike Albrecht im Tennis, die aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen mussten. Wir sind zufrieden.

Bericht: Katja Kluttig, Foto: Pit Schöler

Die letzte Medaille für Deutschland war noch einmal Gold und das nicht unerwartet.

Gehörlose Weltsportlerin des Jahres, Dr. Nele Alder-Baerens, die in den vergangenen zwei Jahren Rekorde gesammelt hatte, nicht zuletzt im 100km Lauf, war als herausragende Läuferin die Favoritin für den Marathon.

Obwohl sie im 10.000m Lauf den Titel an die Chinesin Chunhua Yang abgab, war dort der Vorsprung so knapp, dass man davon ausgehen konnte, dass Alder-Baerens lediglich ein bisschen zu lange gewartet hatte, bevor sie das Tempo anzog.

Im Marathon, der sie zweimal am Mannschaftshotel vorbeiführte, lief sie von Anfang an ganz vorn und ließ sich von den Herren mitziehen. 

Im Vorfeld hatte sie bereits berichtet, dass der Marathon nach ihrem ersten 100km Lauf sich weniger mächtig anfühlt und erklärte lachend, dass sie nach 50km gedacht hatte „jetzt ist es nur noch ein Marathon“.

Erwartungsgemäß ließ Alder-Baerens daher in ihrem letzten Deaflympics Wettkampf die Frauen-Konkurrenz weit hinter sich und auch das Gros der Männer.

Es gelang ihr zwar nicht, ihren eigenen Weltrekord zu überbieten, aber sie lief mit 2:51.19 neuen Deaflympicsrekord, brach den Rekord über 20 und 30km sowie über die Halbmarathonstrecke.

Gold für Nele Alder-Baerens und ein Sprung nach vorn im Medaillenspiegel für Deutschland.

Bericht: Katja Kluttig, Fotos: Pit Schöler

Schon nach dem Sieg im letzten Spiel gegen Russland hatte Trainer Frank Zürn fest entschlossen gesagt:

„Nun holen wir den fünften Platz und dann fahren wir nach Hause.“

Davor stand aber noch die Begegnung gegen Großbritannien im Spiel um Platz 5 und 6. Anstoß war 10:00 Uhr im Stadion von Bafra, 40 Kilometer vor den Toren von Samsun.

Trainer Zürn musste wieder einmal umstellen, denn Stammtorhüter Christian Bölker wurde von seinem hörenden Verein gebraucht und war schon abgereist. Zu seinem ersten Deaflympiceinsatz kam dafür Nils Rohwedder. Auch Marc Christ und Robin Bayer mussten verletzungsbedingt zuschauen. Gegenüber dem Russlandspiel standen heute Marcus Seeburger und David Plank in der Startformation.

Schon in der 7. Minute das 1:0 für die deutsche Elf durch Benjamin Christ, der einen Foulelfmeter verwandelte. Deutschland drängte das britische Team mehr und mehr in die Defensive, aber außer ein paar Ecken kam nichts Zählbares heraus. Mit dem 1:0 gingen beide Mannschaften in die Halbzeit.

Gleich nach der Pause, in der 47. Minute das 2:0 durch David Plank auf Pass von Alexander Peters. Wenige Minuten (53. Min.) später war die deutsche Abwehr nicht ganz auf der Höhe. Clarke erzielte nach einem Tempogegenstoß den 1:2 Ausgleich. Die Freude der Briten war noch nicht ganz verklungen, da stellte Steven Nowark in der  55. Minute mit dem 3:1 den alten Abstand wieder her.

Die Briten wechselten mit Dolan einen weiteren Stürmer ein um mehr Druck zu machen. Auch Trainer Zürn wechselte in der 63. Minute Robin Plank für Bruder David ein. Eine weitere Auswechslung in der 77. Minute: Raisi Zalla verließ den Platz, für ihn kam Nick Bicakoglu zu seinem dritten Länderspiel.

Eine Minute später das 4:1 für Deutschland durch ein Eigentor von Daniel Mace. Damit war das Spiel entschieden. In der 83. Minute kam noch Jan Medewitz zu seinem Länderspieldebüt. Fünf Minuten ließ der türkische Schiedsrichter nachspielen, ohne Resultatsverbesserung für die Briten. Mit 58% Spielanteilen für die deutsche Mannschaft war der Sieg, vielleicht um ein Tor zu hoch, verdient.

Im Spiel um Platz 3 besiegte Deutschlands Viertelfinalgegner Ägypten, Italien mit 2:1 Toren. Erst morgen wir das Finale zwischen der Türkei und der Ukraine ausgetragen.

Bericht: Peter Fiebiger, Fotos: Pit Schöler

DGS Geschäftsstellenleiter und stellvertretender Chef de Mission, Andre Brändel und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit in Samsun, Peter Fiebiger bedankten sich bei der Volkswagenniederlassung in Samsun für die kostenlose Überlassung von 6 Fahrzeugen aus der Volkswagenpalette. Als besondere Überraschung hatten sie die 3fache Medaillengewinnerin im Sportschießen, Melanie Stabel mitgebracht. Beim Fototermin in der Niederlassung konnte Andre Brändel auch Wimpel, Pins und 2 Polo-Shirts als kleines Dankeschön an den Inhaber der Niederlassung, sowie an den Verkaufsleiter überreichen.

Vielen Dank auch für die Unterstützung an die Volkswagen Sportkommunikation in Wolfsburg, die den Kontakt zum türkischen Importeur hergestellt hat.

Foto 1: v.l. Peter Fiebiger, Andre Brändel, Gülsüm Reis, Inhaber Mustafa Özön, Melanie Stabel, Mitarbeiter und Verkaufsleiter Aytaç Özkan

Foto 2: v.l. Andre Brändel, Melanie Stabel, Inhaber Mustafa Özön und Verkaufsleiter Aytaç Özkan

Normalform reichte heute nicht gegen Kroatien im Spiel um Platz drei, um sich noch die Bronzemedaille des Handballturniers der 23. Sommer Deaflympics zu sichern. Durch die 22:24 Habfinalniederlage gegen die Türkei blieb der deutschen Mannschaft noch die Chance auf eine Medaille. Auch für den Gegner Kroatien eine ungewohnte Situation, seit 2001 viermaliger Deaflympicsieger, musste erstmals nach 16 Jahren nur noch um Bronze kämpfen. Auch sie verloren ihr Halbfinalspiel gegen Russland mit 30:31.

Die Motivation des Teams von Trainer Wolfgang Koch war sehr hoch, wollten sie doch endlich mal Kroatien schlagen. Nach 22 Sekunden das 1:0 durch Sebastian Klein.  Kurz danach der 1:1 Ausgleich. Durch zu schnelle Abschlussversuche, und ungenaue Anspiele gerieten die Deutschen nach einem 4:4 und 5:5 trotz Anfeuerung des Fanblocks, darunter auch DOSB Vizepräsidentin Prof. Dr. Doll-Tepper, in den Rückstand, dem sie immer hinterher liefen.

Erst nach 20 Minuten wurde das Spiel ausgeglichener, die deutsche Mannschaft erzielte den Ausgleich zum 7:7. In der 22. Minute und ging zum ersten Mal in Führung. Zwei Abspielfehler, Kroatien konterte blitzschnell, brachten wieder den 8:9 Rückstand. Zur Halbzeit stand es 11:13. Noch alles drin.

Zu Beginn der zweiten Hälfte, die deutsche Mannschaft schien noch in der Kabine zu sein, erhöhte Kroatien innerhalb von 5 Minuten auf 11:16. In der 10. Minute der zweiten Hälfte, dann sogar nach zwei Siebenmetern  zum 13:19, ein sechs Tore Rückstand. Die Bronzemedaille in weiter Ferne.

Trainer Koch nahm eine Auszeit und forderte die Spieler auf endlich wieder zu spielen. Zusätzlich wechselte es den Torwart aus. Hendrik Mitschke konnte diesmal nicht so glänzen. Tim Carstens erhielt 10 Minuten vor Schluss auch noch eine Chance auf einen längeren Einsatz bei den Deaflympics.

 Bis auf einen 2 Tore Rückstand konnte die deutsche Mannschaft noch heran kommen. Mehr war heute einfach nicht drin. Am Ende war es ein verdienter 26:22 Sieg für Kroatien.

Tore für Deutschland: Sebastian Klein (7); Nils Erdmann (6); Sven Lauckner (1); Sönke Petersen (2); Felix Werling (1); Philipp Bayer (2); Timo Everding (2) und Dominik Götz (1)

Bericht: Peter Fiebiger, Fotos: Pit Schöler

Samsun, 28.07.2017

Ein starkes Match!

Laurent/Novelli (FRA) vs Breitenberger/Tödter 7:5 (7:4)/4:6/6:3

Zwar verlaufen die Spiele im ersten Satz alle knapp, aber dennoch gelingt es dem französischen Duo, sich mit einem frühen Break eine Führung von 3:0 zu verschaffen, bis bei Breitenberger/Tödter der Knoten platzt. Vor allem beim Aufschlag macht Tödter zu viele Fehler, dadurch gehen wertvolle Punkte an die Gegner. Durch einen Returnfehler von Novelli , den Urs mit einem schönen Volley beantwortet, bringen die Deutschen ihr erstes Spiel durch, nehmen Laurent den folgenden Aufschlag ab und die Aufholjagd der Deutschen beginnt. Beim Stand von 4:2 nutzt Tödter den Breakball, retourniert mit einem schönen Rückhand Kurzcross und der Punkt geht an die Deutschen, sie holen zum 4:4 auf, machen einen weiteren Break zum 5:4 aus deutscher Sicht. Es steht 40:40 beim Aufschlag Laurent, die Deutschen verschenken den Matchball, Frankreich macht den Punkt zum 5:5 Ausgleich. Beide Seiten schenken sich nichts, es steht 6:6 du geht in den Tiebreak, den Laurent/Novelli mit 7:4 für sich entscheiden

Im zweiten Satz starten die Deutschen stark, holen den frühen Break und geben die Führung nicht mehr ab, das Match geht mit 4:6 in den dritten Satz. Breitenberger läuft zu Hochformaus, landet Asse, auch Tödter unterlaufen weniger Fehler, trotzdem holen sich die Franzosen den Break zum 3:2 durch einen Volley von Laurent. Auf beiden Seiten wird hart gekämpft, aber die Franzosen lassen den Deutschen keine Chance, der zweite Matchball sitzt und deaflympisches Gold geht nach einem packenden Finale diesmal an die Franzosen.

Bei den beiden stärksten Herren Doppel im Turnier, ging es mal wieder um Nuancen, das Glück lag beim Gegner, ein gutes Match war es in jedem Fall.

Verena Fleckenstein vs. Chiu Mei Ho (TPE) 0:6/2:6

Nachdem Fleckenstein ihr Halbfinale gegen die junge Taiwanerin Chia Wen Lin in einem sehr guten Spiel, dessen Verlauf sich nicht im Ergebnis wiederspiegelt, nicht gewinnen konnte, stand sie im Finale gegen die Taiwanerin Chiu Mei Ho auf dem Court. Das war die erste Begegnung im Einzel mit der starken Weltklassespielerin, die gegen die junge Polina Smirnova im Halbfinale verloren hatte. Fleckenstein unterlag 0:6/2:6, kann aber nach wie vor stolz darauf sein, im Damenturnier so weit gekommen zu sein.

Text: Anne Köster, Bild: Pit Schöler, Johannes Bildhauer

 

Es hagelte Weltrekorde beim Schwimmen. Ausgesuchte Spitzensportler aus starken Nationen hatten sich ausgezeichnet vorbereitet.

Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer waren ebenfalls gut vorbereitet, stellten neue persönliche Bestzeiten auf und brachen alte Rekorde. Der Anschluss an die Spitze war da, Finals wurden häufig erreicht, nur zur Medaille wollte es nicht reichen.

In der Mixed-Staffel über 4 x 100m Lagen startete mit Linda Neumann in der Rückendisziplin, gefolgt von Michael Würges, Brust, Robin Goldberg, Schmetterling und Annika Klappenecker als Schlussschwimmerin Freistil.

Mit einer Deutschlandrekordverdächtigen Zeit qualifizierten sie sich fürs Finale, wo sie sich erneut steigerten und ihr Letztes gaben. Es wurde Platz acht.

Linda Neumann gelang auch über die 400m Freistil der Einzug ins Finale, wo sie Achte wurde. Genauso erging es Michael Würges, der sich in der Vorrunde über 50m Brust mit einem Top-Start fürs Finale qualifizierte, dort aber keine Medaillenchance hatte und den achten Platz belegte.

Robin Goldberg erreichte das Finale über die 50m Schmetterling nicht und kam auf den Reserveplatz über die 100m. Leider gab es für ihn keine Finalteilnahme hier.

Linda Neumann schwamm noch die 400m Lagen, konnte sich aber nur in die Reserve schwimmen und kam im Finale nicht zum Einsatz.

Der letzte Wettkampftag für die Schwimmer brachte noch einmal eine viel versprechende Finalteilnahme für Neumann. Über 200m Rücken qualifizierte sie sich als zweite ihres Laufes mit einer sehr guten 2:31.19, die sie im Finale noch einmal unterbieten konnte mit 2:30.61.

Annika Klappenecker erreichte in ihrem letzten Wettkampf das Finale nicht mehr. Die 100m Freistil schwamm sie mit neuer persönlicher Bestzeit, für die Qualifikation genügte das leider nicht.

Über 200m Brust schaffte es Michael Würges in die Reserve der Qualifikation. Zur Finalteilnahme kam es dabei nicht mehr.

Das Gesamtergebnis für die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer nur an Medaillen zu messen, wird ihnen nicht gerecht. Ausgezeichnete Einzelleistungen in einem Wettkampf auf sehr hohem Niveau, über sich selbst hinauswachsen und die eigenen Grenzen verschieben, sind Ziele, die vielfach erreicht wurden.

Nelly und Peggy Steinbach spielten in der Vorrunde gegen die Teams Türkei 1, Ungarn und Weißrussland. Dabei konnten nur die Damen aus Weißrussland ihnen etwas entgegensetzen. Die beiden anderen Matches bestanden fast nur aus Aufschlägen und direkten Punkten aus der Annahme und dauerten weniger als 30min.

Inga Ragutt und Lina Lange hatten Pech bei der Auslosung. Sie trafen schon in der Gruppenphase auf die beiden ersten Teams aus Russland und der Ukraine. Als Beachneulinge waren sie dabei überfordert und verloren beide Matches deutlich.

Vierte in der Gruppe waren die Ghanaer, die leider nicht antreten konnten, weil sie kein Einreisevisum bekommen hatten. Diese

Im Achtelfinal verloren die deutschen Damen ein bisschen die Nerven und trafen keinen Aufschlag mehr.

GER2 – BLR

Trotz einer anhand einer Videoanalyse angepassten Taktik war der Druck auf das unerfahrene Team zu groß und es ging gar nichts. Die Weißrussinnen trafen jede Linie und spielten ein sehr gutes Spiel. Linas Langes druckvollen Aufschläge, die sonst einige direkte Punkte ausmachen,  flogen immer wieder ins Aus oder blieben an der Netzkante hängen. Die Neven spielten einfach nicht mit. Es gelang ihnen  nicht, ihre Nervosität abzulegen, sie verloren 0-2 (9:21/15:21).

Fazit: Erfahrung gesammelt für die nächsten internationalen Wettkämpfe

GER1 – RUS2

In der Videoanalyse des vorherigen Spiels der Russinnen zeigte sich das Team als unangenehmer, aber besiegbarer Gegner. GER1 nahm sich vor, die Gegner mit druckvollen Aufschlägen und gezielten Angriffen zu Fehlern zu zwingen, da Aufschlag die größte Stärke der Schwestern Steinbach ist.

Bereits zu Beginn des Spiels zeigt sich allerdings, dass die Aufschläge auch bei GER1 nicht präzise genug funktionierten. Dazu leisteten sich die Deutschen viele Aufschlagfehler, so dass der Plan nicht aufging. Extreme Temperaturen forderten zudem ihren Tribut, Peggy Steinbach kämpfte mit Kreislaufschwäche. Am Ende ein schwaches 0-2 Ergebnis (10:21/14:21). Da wäre mehr drin gewesen

Spiele um Platz 5. – 8.

Kaum war die Niederlage verdaut, spielte GER1 noch am gleichen Nachmittag gegen das Team aus Weißrussland. Zu Beginn lagen Steinbach/Steinbach schnell mit 0:7 zurück. Der Frust über das verlorene Viertelfinale war den beiden noch anzumerken. Sie kämpfen sich mit  guten Aufschlägen zurück ins Spiel und schafften es am Ende des Satzes bis auf 20:19 heranzukommen. Es reichte dann aber doch nicht zum Satzgewinn.

Die beiden folgenden Sätze gestalteten die beiden Schwestern deutlicher und konzentrierter für sich. Ein unnötiger Satzverlust steigerte die Konzentration und Angriffssicherheit, so dass am Ende der 2-1 (19:21/21:17/15:9) Sieg der jungen Deutschen stand.

Spiel um Platz 5./6.

GER1 traf im letzten Spiel auf RUS1, die überraschend im Viertelfinale unterlagen. Die schnellen, fast fehlerfrei spielenden kleinen Russinnen setzen die Deutschen mit starken Aufschlägen unter Druck.

Aber die abgesprochene Taktik des deutschen Duos ging auf und viele kurz gespielte Bälle wurden erfolgreich von den beiden Steinbachs verteidigt. Doch der Glaube an einen Sieg fehlte und führte dazu, dass das Spiel eindeutig an die Russinnen ging. 0-2 Endergebnis (16:21/10:21).

 

 

 

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