Allgemein

Die Firma Zimmer Medizin Systeme hat dem DGS für die Deaflympics freundlicher Weise Ultraschall und Elektrotherapiegeräte zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die Unterstützung!

Überraschendes Gold für deutsche Bowler

Einen nervenstarken Tag hatten die deutschen Bowler im Mannschaftswettbewerb der 23. Sommer Deaflympics in Samsun. Über 13 Stunden dauerte der Wettkampf zu dem 108 Athleten aus 26 Nationen antraten.

Nach sechs Durchgängen im Vorkampf qualifizierten sich Korea, die Ukraine, Russland und das deutsche Team für das Finale der besten vier Mannschaften. Im Vorkampf hatte Weltmeister Korea das beste Ergebnis vor Russland und der Ukraine erzielt. Die deutsche Mannschaft erreichte den vierten Platz knapp vor den Taiwanesen.

Im Finale musste Deutschland gegen Weltmeister Korea antreten. An sich eine unlösbare Aufgabe, wenn man sich die bisherigen Ergebnisse der Koreaner anschaut. Doch Trainer Ron Snyder hatte die Mannschaft mit Daniel Duda (GSV München), Thomas Fenselau (Berliner GSV), Sebastian Klotz Dresdner GSV,  Kevin Lindemann (Berliner GSV), Andreas Schwarz (GSKg Mannheim) und Ersatzmann Rene Schulz (GSV Braunschweig) sehr gut eingestellt. Gleich zu Beginn des Halbfinales gingen die Deutschen mit 1:0 in Führung und schockten damit die erfolgsgewohnten Koreaner. Allerdings konnten sie im zweiten Durchgang zum 1:1 ausgleichen. Der dritte Durchgang musste entscheiden. Vor den Augen der zahlreichen deutschen Zuschauer entwickelte sich eine  dramatische Partie, die die deutschen Herren mit zwei Pins hauchdünn für sich entscheiden konnten. Lange Gesichter bei den Koreanern, denn für sie blieb nur noch Bronze. In der zweiten Halbfinalbegegnung schlug die Ukraine Russland glatt mit 2:0.

Im Finale standen sich die Ukraine und Deutschland gegenüber. Schnell entschied die Ukraine den ersten Durchgang für sich. Trainer Snyder beruhigte das Team und Deutschland glich zum 1:1 aus. Auch hier musste der dritte Durchgang die Entscheidung um Gold bringen. Deutschland lag die ganze Partie knapp vorn, doch die Ukraine konnte durch einige Strikes ausgleichen und zur Überraschung aller ging der entscheidende Durchgang unentschieden aus. Jetzt musste im Stechen die Entscheidung fallen: fünf gegen fünf, wobei die einzeln erzielten Pins gezählt wurden. Nervenstark setzte sich hierbei das deutsche Team durch und schaffte überraschend Gold. Großer Jubel nach dem letzten Wurf bei den deutschen Fans.

Endlich um 22:30 Uhr, nach 13 ½ Stunden stand Deutschland als Mannschaftsieger im Bowlingwettbewerb der 23. Sommer Deaflympics fest. Überglücklich konnten alle sechs Teammitglieder die Goldmedaillen aus den Händen von ICSD Präsident Rukhledev entgegennehmen. Nach einer Wette des Trainers Ron Snyder mit der Mannschaft, im Falle des Goldmedaillengewinns, wird er wohl oder übel seine Brusthaare verlieren.

Bericht: Peter Fiebiger, Fotos: Pit Schöler 

Deutsches Team nach Sieg über Russland nun im Spiel um Platz 5

Mit einer tollen Energieleistung, besonders in der zweiten Hälfte, besiegte die Fußball-Nationalmannschaft im ersten Platzierungsspiel um Platz 5 bis 8, ihren Angstgegner Russland mit 4:3 Toren. Trainer Frank Zürn hatte nach dem Aus im Halbfinale umgestellt und ließ Alexander Peters und Benjamin Christ von Beginn an spielen. Robin Bayer, sonst Sturmgarant, musste verletzungsbedingt zuschauen.

Schon in der vierten Minute erspielte sich die deutsche Elf eine Großchance. Benjamin Christ sah eine Lücke in der russischen Abwehr und passte in Strafraumhöhe zu Raisi Zalla. Nur noch den russischen Torwart vor sich, war Zallas Schuss allerdings zu harmlos. Wenige Minuten später das 0:1. Ein langer Pass der Russen überspielte die gesamte Abwehr der Deutschen. Andreas Fischer kam nicht mehr hinterher und Torwart Bölker kam zu zögerlich aus dem deutschen Tor, so dass Oleg Baklanov ungehindert einschießen konnte. Eine kalte Dusche für die Deutschen und es kam noch schlimmer. Schon in der 14. Minute das 0:2 aus Sicht der Deutschen. Wieder einmal wurde Fischer überlaufen, Baklanov konnte ungehindert quer durch den Strafraum passen und die Nr. 9 der Russen, Nikolay Afanasyev, brauchte nur noch einschieben. Die deutsche Abwehr spielte zu konfus und kam mit dem schnellen Umschaltspiel der Russen eins ums andere Mal nicht klar. In der 17. Minute, in ähnlicher Situation, fast das 0:3.

In der 24. Minute musste Abwehrchef Marc Christ länger behandelt werden. Beide Mannschaften nutzen wegen der Hitze jede kleine Behandlungspause um zu trinken. Schon morgens um zehn Uhr herrschten schon 30 Grad im Stadion von Carsamba. Nach einer feinen Einzelleistung der deutschen Nummer 7, Steven Nowark, in der 29. Minute, der Benjamin Christ mit einem Steilpass auf dem Elfmeterpunkt bedienen konnte, fiel das 1:2 für das deutsche Team. Aber schon zwei Minuten später wurde der alte Abstand mit dem 1:3 wieder hergestellt. Wieder eine hohe Flanke in den Strafraum, die deutsche Abwehr erneut zu unentschlossen. Ein leichtes Spiel für Nikolay Afanasyev, der damit sein zweites Tor erzielte. Kurz vor der Halbzeit musste Marc Christ erneut behandelt werden und eine Auswechslung bahnte sich an. Marcus Seeburger musste Christ ersetzen. Mit 1:3 ging es dann in die Halbzeit.

Trainer Zürn wechselte erneut aus. Mats-Hendrik Krämer blieb in der Kabine und Robert Hofmann kam ins Spiel, der mit diesem Natinonalmannschafts-Einsatz sein Debüt feierte. Nach dem Seitenwechsel ein ganz anders Bild. Das bisher sichere Passspiel der Russen war nicht mehr zu sehen. Dafür fand die deutsche Mannschaft zu ihren alten Tugenden zurück und drückte die russische Mannschaft mehr und mehr in ihre Hälfte. Endlich klappte das Umschaltspiel der Deutschen und das Spiel verlagerte sich auf die Außenbahnen. In der 55. Minute fast das 2:3. Nach einem langen Pass in die Mitte konnte Benjamin Christ den Ball alleinstehend nicht im russischen Tor unterbringen. Die Chancen der Deutschen häuften sich. Wenige Minuten später erneut ein schöner Pass von Zalla auf Christ. Wieder am Tor vorbei. Zum Haare raufen. Endlich in der 60. Minute der Anschlusstreffer zum 2:3. Benjamin Christ passte auf Zalla, der zog ab, der russische Torwart konnte nur abwehren, genau vor die Füße von Andre Zapf, der nur noch eindrücken musste.

In der 66. Minute dann ein Freistoß für Deutschland, ca. 25 Meter vor dem Tor der Russen. Steven Nowark legte sich den Ball zurecht. Mit einem schönen, direkten Schrägschuss, unhaltbar für den russischen Torwart, erzielte er den Ausgleich. Steven Nowark trieb das Spiel der Deutschen immer wieder über die linke Seite an. Das 4:3 dann für Deutschland in der 70. Minute. Benjamin Christ bediente Zalla und der köpfte aus 5 Metern unbedrängt ein. Eine Erlösung für die deutsche Mannschaft. Die Russen hatten einfach nichts mehr zuzusetzen.

15 Minuten vor Schluss ging Fabian Trappe angeschlagen vom Platz. Trainer Zürn wechselte Neuling Nick Bicakoglu ein. In den letzten Minuten dann noch zwei gelbe Karten für Benjamin Christ und Robert Hofmann.

Zweimal wurde es noch brenzlig: ein Freistoß der Russen auf der linken Seite ging knapp am Tor vorbei. Kurz darauf tanzte der Ball nach einem Freistoß noch auf der Latte aber die 4 Minuten Nachspielzeit reichten den Russen nicht mehr.

Der Fluch gegen Russland ist gebrochen. Deutschland spielt am Samstag den 29.07. um 10:00 Uhr gegen Großbritannien um Platz 5.

Trainer Zürn nach dem Spiel zur Mannschaft „endlich seid ihr aufgewacht und habt zu eurer Stärke gefunden. Wenn ihr so spielt, seid ihr bärenstark. Jetzt holen wir uns den 5.Platz und dann fahren wir nach Hause“.

Bericht: Peter Fiebiger, Fotos: Anton Schneid

Samsun, 27.07.2017

Das Aus im Viertelfinale – GER vs. EGY 1:2 (1:1

Die Deutschen haben einen guten Start gegen die Gegner aus dem Spiel um Bronze aus dem Jahr 2013, sie haben alles im Griff, der Spielaufbau läuft, die Abwehr steht. In Minute 8 schießt Trappe den Führungstreffer und eigentlich hätte alles gut werden sollen. Aber die Deutschen verlieren ihre Sicherheit im Zusammenspiel, die Abwehr scheint sich aufzulösen, die kämpferisch starken Ägypter fahren eine Attacke nach der anderen auf das deutsche Tor. Dann unterläuft Keeper Bölker ein fataler Fehler, sein Abschuss vom Tor landet nicht wie geplant bei M. Christ, sondern wird von Hamada Yassein abgefangen und macht den Ausgleichstreffer. Weder auf deutscher noch auf ägyptischer Seite ergeben sich große Chance, es geht 1:1 in die Halbzeit.

Auch die zweite Halbzeit bringt wenig Veränderung im Spielverlauf, die Gegner greifen ununterbrochen an, die DGS Elf findet keine Mittel dagegen. Eine letzte Großchance, um das Spiel zu drehen und erneut in Führung zu ehen, hat Knipser Christ in der 75. Minute als er alleine vor dem ägyptischen Torhüter Said Mahmoud Mekawi steht. Sein Schuss wird von Mekawi vereitelt.

In der 84. Minute kommt es im Sechzehnmeterraum zu einem Zusammenstoß von Jukowskiy mit dem ägyptischen Verteidiger Reda Elhendawy, derer Unparteiische gibt einen durchaus strittigen Elfmeter. Hossem Maher Elbana verwandelt zum 1:2 und besiegelt damit die Niederlage der Deutschen Mannschaft. Sie spielen nicht mehr mit um Medaillen.

GER Startelf:

Christian Bölker (GTSV Essen), Domenico de Marco (GSV Karlsruhe) – Alexander Peter (GTSV Essen), Mark Christ (GTSV Essen), Andreas Fischer (GSV Düsseldorf), André Zapf (GSV Düsseldorf), Steven Nowark (Berliner SC Comet) – Benjamin Christ (GTSV Essen), Hasan Ali Akcakaya (GTSV Essen) – 33. Min David Plank (GSV Düsseldorf), Fabian Trappe (GSV Düsseldorf), Robin Bayer (GSV Karlsruhe) – 89. Min David Plank (GSV Düsseldorf), Denis Jukowskiy (GVIUS Ingolstadt), Raisi Zalla (GTSV Frankfurt) – Alexander Peters (GTSV Essen)

Text: Anne Köster, Bild: Pit Schöler

Bei seinen ersten Deaflympics dominierte Allen John, der im vergangenen Jahr in Kopenhagen die Golfweltmeisterschaften der Gehörlosen gewann, von Anfang an den Wettbewerb.

Auf der 9-Loch Anlage des Samsun Metropolitan Municipality Golf Club gewann er beide Runden im Stroke Play klar mit -2 und  -7 Par und brach damit den Platzrekord.

Im Matchplay eliminierte John seine Gegner geradlinig und ohne große Probleme. Dabei traf er unglücklicher Weise im Viertelfinale auf Teamkollegen Paul Neumann, der dabei auf der Strecke blieb.

Ähnlich überlegen hatte sich der Brite Paul Daniel Waring bis ins Finale gespielt, das eine Wiederholung der Finalpartie der WM 2016 werden sollte.

Vizeweltmeister Waring und Titelträger John spielten Kopf an Kopf die letzte Runde aus, wobei der Brite zwischenzeitlich einen Schlag vorn lag. John konnte ausgleichen und in Führung gehen, aber keinem der Spieler gelang die Entscheidung.

Erst zurück am ersten Loch gelang es dem Deutschen einen Schlag zu verkürzen und mit 1 up zu gewinnen. Ein fantastisches Spiel auch von Waring und ein toller Erfolg für Allen John bei seiner ersten Deaflympics-Teilnahme.

Nico Guldan und Paul Neumann konnten beide bei ihrem Deaflympics-Debüt überzeugen. In einem Teilnehmerfeld von 22 Golfern erreichten beide das Viertelfinale, wo Neumann das Pech hatte auf seinen Teamkollegen und späteren Goldmedaillengewinner Allen John zu treffen. Nico Guldan unterlag dem Dänen Lasse Emil Nielsen.

Im Damen Wettbewerb hatte die 12jährige Amelie Gonzalez-Podbicanin im Viertelfinale die Türkin Ilknur Cavdar 9 & 7 besieg. Ihre Gegnerin im Halbfinale war die führende indische Spielerin Diksha Dagar, gegen die Gonzalez-Podbicanin leider keine Chance hatte.

Das Spiel um Bronze bestritt sie gegen Andrea Hjellegjerde aus Norwegen und unterlag 3 & 1 am 17. Loch.

Platz vier bei ihrer ersten Deaflympics-Teilnahme ist dennoch ein toller Erfolg für die junge Golferin.

Es war von Anfang an klar, dass es keine leichte und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine ganz faire Partie werden würde: das Halbfinale Deutschland – Türkei.

Die Carsamba Sportshall war gut besetzt mit türkischen Fans, die vom offiziellen Hallen-Ansager in Kampfstimmung gebracht wurden und die vom Veranstalter verteilten türkischen Fahnen schwenkten. Der kleine deutsche Zuschauerblock konnte nicht gegenhalten.

Noch in der ersten Minute sahen Kapitän Sven Lauckner und Philipp Bayer die Gelbe Karte und das daraus resultierende 7m 1:0 für die Türkei durch die Nummer 10, Hamza Alkoyun, war richtungsweisend für den Rest des Spiels

Daniel Kinnback, der insgesamt sieben Tore in der Partie warf, glich zwei Minuten später aus. Es folgten holprige Angriffe auf beiden Seiten, die immer wieder unnötig vom Schiedsrichter unterbrochen wurden.

Die deutschen Spieler ließen sich zunächst nicht beirren, zogen ihr Spiel durch und blieben ruhig, auch wenn Sebastian Klein seinen türkischen Schatten nur selten loswerden konnte.

Zwei schnelle Tore durch Kinnback in der 18ten Minute brachten die 7:5 Führung. Die Türken verkürzten jedoch schnell durch ein Tor der Nr. 11, Mustafa Ozbay, der bis zur Pause noch dreimal nachlegte.

Stand zur Halbzeit 9:8 für die Türkei.

Die Buhrufe der Türkischen Fans wann immer das deutsche Team im Angriff war oder punktete, so wie die zweifelhaften Entscheidungen der türkischen Schiedsrichter hatten deutlich Spuren beim DGS-Team hinterlassen.

Nach der Pause funktionierte nur noch wenig im deutschen Angriff und hinten schwächelte die Abwehr. Torwart Hendrik Mitschke, der in der ersten Hälfte einen 7m hielt, brachte nicht mehr die gewohnt starke Leistung.  Zu viele verpatzte Pässe und Fehlwürfe aufs Tor nicht zuletzt wegen der erdrückenden Stimmungsmache gegen das deutsche Team im Publikum vergrößerten den Rückstand unaufhaltsam.

Es hagelte Strafen, vornehmlich gegen Deutschland und sogar Trainer Koch sah gelb. Die Zahl der 7m für die türkische Mannschaft stieg auf sechs.

In den letzten Minuten versuchten die beiden Deaflympics-Debütanten Philipp Bayer und Dominik Götz, der erst seit Mai in der Nationalmannschaft spielt, noch einmal alles, um das Spiel zu drehen. Aber die Zeit reichte nicht mehr.

24:22 Endstand. Das bessere Team hat verloren.

Tore für Deutschland: Sven Lauckner 1, Daniel Kinnback 7, Sönke Petersen 3, Nils Erdmann 2, Dominik Götz 1, Philipp Bayer 5, Felix Werling 1, Sebastian Klein 2

Tore für die Türkei: Emire Ozcelik 2, Taskin Kizilkaya 1, Ali Rifat Sahin 1, Murat Acar 3, Hamza Alkoyun 5, Mustafa Ozbay 12

Bericht: Katja Kluttig, Fotos: Pit Schöler

Die ersten Tage der Deaflympics waren für die deutsche Mannschaft enttäuschend. Sicher geglaubte Medaillen blieben aus und der kurzfristige Ausfall einiger Leistungsträger machte sich deutlich bemerkbar.

Das erste Edelmetall holte schließlich die erst 17jährige Deaflympics-Debütantin Melanie Stabel im Sportschießen. Im 3-Stellungskampf gewann sie mit 445.9 Ringen Silber hinter der Russin Dina Droganova (452.5) und vor deren Teamkollegin Daria Bulavina (429.9).

Im Bowling stand die nächste Medaille an. Dem Herren-Doppel Andreas Schwarz/Sebastian Klotz gelang es die Front der Koreaner aufzubrechen und Silber zu holen. Im Halbfinale knackten sie das Team Korea 2. Im Finale gegen Korea 1 reichte es leider nicht ganz für den Titel.

Die dritte Medaille holte Siebenkämpferin Felicitas Merker. Mit 4023 Punkten erreichte sie ihr Ziel, einen Medaillengewinn bei den Deaflympics. Erste wurde Deaflympics-Rekordhalterin Anastasia Klechkina aus Russland mit 4911 Punkten vor Kateryna Potapenko aus der Ukraine mit 4203 Punkten.

Auch Langstreckenläuferin Dr. Nele Aldert-Baerens gelang der Sprung aufs Treppchen und das nur sehr knapp an Gold vorbei. Mit Sekundenbruchteilen Abstand holte sie im 10.000m Lauf Silber mit einer Zeit von 37:31.81 hinter der Chinesin Chunhua Yang mit 37:31.66. Dritte wurde Daria Gaynetdinova aus Russland mit 38:28.91.

Colin Müller gewann die zweite Medaille der Schützen. Im 3-Stellungskampf holte er Bronze mit 429.5 Ringen hinter dem Koreaner Changhoon Choi (443.0) und Thomas Mösching (438.6) aus der Schweiz.

Und dann gab es endlich Gold und erneut bei den Schützen. Melanie Stabel, die bereits im 3-Stellungskampf Zweite geworden war, legte im Luftgewehrwettbewerb noch einmal nach und holte mit neuem Weltrekord den Titel im Finale mit 205.4 Ringen. Zweite wurde Violeta Lykova aus der Ukraine mit 204.0 Ringen. Bronze holte die Ungarin Mira Biatovszki.

Die Radsportler waren in den ersten Rennen ihrer Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Starker Wind und Materialprobleme machten den Athletinnen und Athleten zu schaffen. Im letzten Wettkampf, im Kriterium, gelang es Isabelle Boberg dann aber doch noch die erhoffte Medaille zu gewinnen: sie holte Bronze hinter der Venezolanerin Ludy Correa Nava und der Chinesin Xiaowen Xu.

Eine weitere Goldmedaille gewann der Golfer Allen John, der schon im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen den Titel geholt hatte. Im Finale traf er auf den Vizeweltmeister aus Großbritannien, Paul Daniel Waring und schlug ihn in einer ausgeglichenen und bis zum Schluss spannenden Partie.

Golf Siegerehrung

Samsun, 27.07.2017

Eine Begegnung mit Tradition

Im Herren Finale stehen sich zweie Paarungen gegenüber, die sich bereits aus mehreren Finalmatches kennen – Breitenberger/Tödter gegen Laurent/ Novelli. Immer waren harte, knappe Entscheidungen, 2013 bei den Deaflympics ging die der Sieg an die Deutschen. Es bleibt also spannend, wie das Finale hier in Samsun ausgeht.

Breitenberger/Tödter vs Kargl/Gravogl (AUT) 6:2/6:4

Die Deutschen beginnen sofort mit einem Break, spielen den Aufschlag von Tödter zu Null und machen gleich den nächsten Break. Es steht 3:0, das deutsche Duo hat ganz klar den besseren Start, die Österreicher haben keine Chance. Breitenberger beginnt seinen Aufschlag mit einem Ass, ist Service Winner und schon nach 15 Minuten steht es 4:0 für die Deutschen. Kargl/Gravogl gelingt es, in diesem Match, zum ersten Mal ihren ersten Aufschlag durchzubringen. Im folgenden Spiel holen sie sich den Rebreak und ihren letzten Punkt in diesem Satz. Den Gegnern unterlaufen zu viele Fehler, der Satz geht nach 30 Minuten an unser Doppel.

Anders als im ersten Satz ist der Spielverlauf nicht mehr so eindeutig. Obwohl Gravogl angeschlagen im ersten Spiel eine kurze Medical Time Out nehmen muss, weil er Schulterbeschwerden hat, erläuft der Satz ausgewogen, mit relativ vielen Fehlern auf beiden Seiten. Beim 2:3 holen Breitenbenberger/Tödter den Break, machen drei Punkte in Folge, halten das Break bis zum Ende. Beim 5:4 serviert Tödter zum Matchgewinn, Breitenberger macht die Big Points am Netz, die Spannung steigt, Kargl/Gravogl könne zwei Matchbälle abwehren, dann macht das deutsche Duo den Sack zu.

Trotzdem es im 2. Satz teilweise eng wurde, spielte Deutschland souverän bis zum Ende und steht verdient im Finale.

Text: Anne Köster, Bild: Pit Schöler

Sportschießen – Gold im Luftgewehr

Melanie Stabel holt ihr zweite Deaflympicsmedaille

Nervenstark, souverän und professionell meistert die 17jährige Schülerin aus Neuweiler ihren Wettkampf. Man kann sagen, dass sie bei ihrem Deaflympics Debüt „kam, sah und siegte“. Ihr Heimtrainer, Landesstrainer Baden-Württemberg, Helmut Hoffmann, machte GL Bundestrainer Manfred Zisselberger auf das junge Talent aufmerksam. Sie kam zu den Deutschen GL Meisterschaften Schießsport im Mai, gewann alle ihre Wettkämpfe und fühlte sich sofort wohl. Die Sparte reagierte schnell, holte sich die Startberechtigung für die Deaflympics beim ICSD, Melanie Stabel ins dabei.

Nachdem sie die erste Medaille für Deutschland im KK 3Stellungswettkampf geholt hatte – ein ausgezeichneter 2. Platz – stand für sie Luftgewehr auf dem Programm, eine Disziplin, die sie in letzter Zeit eher zugunsten von Kleinkaliber vernachlässigt hatte. Mit 412,6 Ringen qualifizierte sie sich für das Finale zusammen mit einer starken Konkurrenz, darunter die Russin Dina Droganova. Die wollte sie im Finale unbedingt schlagen. Das war ihr nicht vergönnt, Droganova machte den Fehler, direkt nach Beendigung des Vorkampfes in der Wettkampfzone ihre Hörhilfe anzulegen. Die Ukrainische Trainerin zusammen mit dem serbischen Trainer legten Protest ein, Droganova wurde aus dem Wettkampf genommen.

Im Finale lag Stabel beim dritten Schuss auf dem 7. Platz, dann legte sie los, von insgesamt 22 Schüssen waren lediglich drei eine Neun, die 19 Zehner katapultierten Stabel an die Spitze und auf den obersten Platz auf dem Podest.

Zurück im Hotel sind wir mit Melanie im Gespräch:

DGS: Unsere erste Frage ist natürlich, wie es sich anfühlt, die erste Goldmedaille für Deutschland geholt zu haben.

Melanie: Ich bin stolz auf mich, es ist einfach nur cool. So richtig kann ich allerdings noch nicht begreifen, fühle mich ein bisschen wie im Traum.

DGS: Wie bist du zum Schießen gekommen?

Melanie: Ganz einfach, ich wollte immer sein, wie mein Bruder und der schießt in der Bundesliga, mein Vater hat auch schon geschossen.

DGS: Hast du schon mit ihm sprechen können?

Melanie (lacht): Ich habe zu Hause angerufen und meine Mutter war so aufgeregt und stolz, dass Gregor gar nicht zu Wort gekommen ist. Bei mir zu Hause haben sie gleich eine Flasche Sekt geköpft und auf meinen Erfolg angestoßen.

DGS: Wie oft trainierst du?

Melanie: Zwei bis dreimal die Woche und dann bei Trainingslehrgängen an zwei bis drei Wochenenden pro Monat.

DGS: Das bedeutet, dass sich dein soziales Leben vor allem im Verein und im Schießsport abspielt, oder?

Melanie: Ja, es gibt ein paar Freundinnen in der Schule, aber sonst findet eigentlich alles im Verein statt.

DGS: Wie sieht es schulisch bei dir aus?

Melanie Ich bin in der Eingangsklasse des beruflichen Gymnasiums für Sozial- und Gesundheitswissenschaft, wir werden alle gerade auf den gleichen Stand gebracht und mein erstes Zeugnis ist echt gut, eine Drei, vier Einsen und den Rest nur Zweien.

DGS: Ich weiß, dass es für dich eine große Anspannung bedeutet hat, hier in einem so hochklassigen Wettkampf zu stehen. Wie ist es dir direkt davor gegangen?

Melanie: Gestern hatte ich einen regelrechten Zusammenbruch, aber ich bin von der Mannschaft total schön aufgefangen worden, so dass es mir am Wettkampfmorgen richtig gut ging.

DGS: Das bringt mich auf die Frage, wie es dir hier geht, du bist sehr jung, weit weg von deiner Familie.

Melanie: Mir geht es hier in der Mannschaft so gut, ich habe bisher noch nicht einmal Heimweh gehabt. Aber ich wusste schon beim ersten Lehrgang, dass ich willkommen bin und habe mich rundum angenommen gefühlt. Es ist anders als bei den Hörenden, da leidet Freundschaft und Kollegialität oft unter dem starken Konkurrenzdruck, das ist hier anders. Irgendwie habe ich hier meine zweite Familie gefunden.

DGS: Wirst du dabeibleiben?

Melanie: Unbedingt, es ist erstens so schön, mit dabei zu sein und die Wettkämpfe sind sehr viel hochklassiger, als ich erwartet habe. Deshalb ist es eine echte Herausforderung für mich, zu gewinnen. Ich war z. B. enttäuscht als Dina Droganova aus dem Wettkampf genommen wurde, denn ich hatte mir für das Finale vorgenommen, sie zu schlagen.

DGS: Ist das hier dein erster internationaler Wettkampf?

Melanie: Ja, ich war noch nie bei einem Wettbewerb im Ausland, höchsten einmal bei einem Training. Und hier bei den Deaflympics, das ist schon etwas ganz Besonderes und von großer Bedeutung für mich.

DGS: Vielen Dank, Melanie und vor allem viel Glück für den letzten Wettkampf für dich.

Melanie: Danke, morgen kommt meine absolute Paradedisziplin, KK liegend und ich will wieder gewinnen.

DGS: Wir drücken alle Daumen!

Text: Anne Köster, Bild: Anton Schneid

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