Es war von Anfang an klar, dass es keine leichte und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine ganz faire Partie werden würde: das Halbfinale Deutschland – Türkei.

Die Carsamba Sportshall war gut besetzt mit türkischen Fans, die vom offiziellen Hallen-Ansager in Kampfstimmung gebracht wurden und die vom Veranstalter verteilten türkischen Fahnen schwenkten. Der kleine deutsche Zuschauerblock konnte nicht gegenhalten.

Noch in der ersten Minute sahen Kapitän Sven Lauckner und Philipp Bayer die Gelbe Karte und das daraus resultierende 7m 1:0 für die Türkei durch die Nummer 10, Hamza Alkoyun, war richtungsweisend für den Rest des Spiels

Daniel Kinnback, der insgesamt sieben Tore in der Partie warf, glich zwei Minuten später aus. Es folgten holprige Angriffe auf beiden Seiten, die immer wieder unnötig vom Schiedsrichter unterbrochen wurden.

Die deutschen Spieler ließen sich zunächst nicht beirren, zogen ihr Spiel durch und blieben ruhig, auch wenn Sebastian Klein seinen türkischen Schatten nur selten loswerden konnte.

Zwei schnelle Tore durch Kinnback in der 18ten Minute brachten die 7:5 Führung. Die Türken verkürzten jedoch schnell durch ein Tor der Nr. 11, Mustafa Ozbay, der bis zur Pause noch dreimal nachlegte.

Stand zur Halbzeit 9:8 für die Türkei.

Die Buhrufe der Türkischen Fans wann immer das deutsche Team im Angriff war oder punktete, so wie die zweifelhaften Entscheidungen der türkischen Schiedsrichter hatten deutlich Spuren beim DGS-Team hinterlassen.

Nach der Pause funktionierte nur noch wenig im deutschen Angriff und hinten schwächelte die Abwehr. Torwart Hendrik Mitschke, der in der ersten Hälfte einen 7m hielt, brachte nicht mehr die gewohnt starke Leistung.  Zu viele verpatzte Pässe und Fehlwürfe aufs Tor nicht zuletzt wegen der erdrückenden Stimmungsmache gegen das deutsche Team im Publikum vergrößerten den Rückstand unaufhaltsam.

Es hagelte Strafen, vornehmlich gegen Deutschland und sogar Trainer Koch sah gelb. Die Zahl der 7m für die türkische Mannschaft stieg auf sechs.

In den letzten Minuten versuchten die beiden Deaflympics-Debütanten Philipp Bayer und Dominik Götz, der erst seit Mai in der Nationalmannschaft spielt, noch einmal alles, um das Spiel zu drehen. Aber die Zeit reichte nicht mehr.

24:22 Endstand. Das bessere Team hat verloren.

Tore für Deutschland: Sven Lauckner 1, Daniel Kinnback 7, Sönke Petersen 3, Nils Erdmann 2, Dominik Götz 1, Philipp Bayer 5, Felix Werling 1, Sebastian Klein 2

Tore für die Türkei: Emire Ozcelik 2, Taskin Kizilkaya 1, Ali Rifat Sahin 1, Murat Acar 3, Hamza Alkoyun 5, Mustafa Ozbay 12

Bericht: Katja Kluttig, Fotos: Pit Schöler

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